Review zu Oninaki von Square Enix


Author: A.S. | Verfasst am: 28.08.2019

Oninaki
Veröffentlicht: 2019
Plattform: Steam, Playstation
Genre: JRPG
Beinhaltet: Unity3D Analytics, Google & Microsoft Cloud Save
hosts: Details

Review zu Oninaki / 鬼ノ哭ク邦 von SQUARE ENIX CO., LTD.

Oninaki ist ein Jrpg nach klassichem Muster ohne hohe Ansprüche. Wenn einem das vor Kauf verdeutlicht wird, kann es eine Hilfe für die eigene Entscheidung sein. Für Neugierige gibt es auch eine Demo zum Testen.

Insgesamt gesehen ist Oninaki leider eine Enttäuschung, die sich an mehreren Punkten festmacht. Warum, wie folgt:

Sprache, Untertitel & Vertonung


Eine Geschichte ist nur so spannend wie sie erzählt wird. Spätestens hier versagt Oninaki auf ganzer Linie.

Die gesprochene Sprache in dem Produkt ist japanisch. Optional angeboten werden deutsche, englische und französische Untertitel. Bis dahin ist alles gut.

Die angebotene Sprachausgabe ansich ist mau, da sie sich fast durchgängig auf wenige Worte beschränkt. Die Charaktere geben auf japanisch meistens nicht mehr wie "ja/nein", "sicher", "so ist das also", "hmm", "wirklich" wieder, während in langen Untertiteln (einer Sprache nach Wahl) die eigentliche Geschichte von Oninaki erzählt wird.

Das wäre halb so wild... würden die Untertitel passen. Tun sie aber nicht ;] Viele Dinge werden falsch oder gar nicht übersetzt und so geht selbst bei dem wenig Vorhandenen viel an Flair und Sinn einfach mal den Bach runter.

Der Aspekt ist meiner Meinung nach am Schlimmsten weil die durchaus interessante Thematik als auch die einzelnen Charaktere allein schon deswegen oberflächlich, langweilig und blass erscheinen.

Immerhin bleibt einem in dem Titel das klassische "Tadaima / Okaeri" Klischee erspart.

Quests/Aufgaben/Geschichte


Neben der Hauptgeschichte können Spieler jede Menge Nebenquests erledigen. Viele verlaufen nach klassischem "Laufe von A nach B" Muster. Belohnungen gibt es nicht wirklich und Nebenquests können damit außer Acht gelassen werden. Raubt nur Zeit ;]

Die Hauptgeschichte von Oninaki (wie es auch in diversen Berichterstattungen zu lesen ist) ist düster und spielt mit einigen existentiellen Fragen und Moralvorstellungen des Lebens und des Todes. Allerdings nichts, was zu sehr in die Tiefe geht. Der Plot ist zudem ab einem bestimmten Punkt relativ vorrausschaubar und plätschert seicht vor sich hin.

Spielzeit & Schwierigkeitsgrad


Es gibt drei verschiedene Einstellungen. Leicht, Normal, Experte. Eine Herausforderung war nicht wirklich gegeben, da man auch hier sagen kann, dass sich Schwierigkeit nur über einen größeren "HP"-Balken definiert (generelles Problem in vielen Spielen).

Bei meinem Durchgang war ich mit "Experte" unterwegs und zum Ende des Spiels bei Lvl 55 mit einer Zeit von ca. 19 Stunden angelangt. Davon kann mindestens eine Stunde für Pausen abgezogen werden.

Wer auf leichter durchspielt, ist natürlich um einiges schneller ;]

Der Schwierigkeitsgrad selbst ist auch nur Anfangs gegeben. Sobald die ersten Skills freigeschaltet wurden läuft das Spiel nach Schema F bis zum Ende durch.

Bei Bossgegnern im Kreis laufen, 2x schlagen, ausweichen, wieder 2x schlagen, ausweichen... Die Mechanik zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk.

Kleine Gegner werden einfach durch AOE umgehauen und es gibt Fertigkeiten mit einer "Instant Death" Mechanik, sprich einer Chance Gegner mit einem Schlag sofort zu töten. Oder läuft einfach die Karten durch um direkt zum Ziel zu kommen.

Speichersystem & Schnellreisesystem


Ist in Ordnung. Es gibt verschiedene Speicherplätze und das Spiel verwendetet in der Welt verstreute Speicherpunkte die zusätzlich als Schnellreisepunkte missbraucht werden können. Pro Karte gibt es zwischen 1 und 5 der Punkte, sodass einmal entdeckte Abschnitte bei Bedarf schnell wieder besucht werden können.

Begleitcharaktere & Waffen


Eines der Kernelemente des Spiels sind sogenannte "Daemonen", die als Begleitcharaktere fungieren... Wahrscheinlich hat es für ein "ä" nicht mehr gereicht :P

Es stehen insgesamt 10 verschiedene Kämpfer zur Auswahl. Allesamt mit verschiedenen Fertigkeiten und Waffen. Je nach Vorliebe der Spieler. Ist meiner Meinung nach aber nur Kosmetik. Ebenfalls Kosmetik ist die in Oninaki die Möglichkeit Waffen zu sockeln.

Kann diverse Funktionen im Spiel nutzen, kann es aber genauso gut auch lassen.

Endgame-Bespaßung


Nach der eigentlichen Geschichte werden weitere Spielmodi freigeschaltet. Eine Art von Arenasystem in der Karten von Viechern befreit werden müssen und Einsammeln von sogenannten "Verlorenen".

Immerhin... dass muss den Entwicklern hier zugute gehalten werden, dass ein "Neues Spiel+" oder "Endspiel" Inhalte oft gar nicht erst in anderen Produkten berücksichtigt wird.

Vorbesteller-DLC


Eine überflüssige Axt zur Verwendung im Spiel und ein Hintergrundbild

Es gab mal Zeiten wo derlei Inhalte in einem Extra/Bonusordner einfach mitgeliefert wurden. Leider sind die lange vorbei...

Leistung, Grafik, Abstürze


Grafikeinstellungen sind quasi nicht existent. Es wurde sich auf das Wesentliche beschränkt, was nicht unbedingt verkehrt ist.

Vollbild, Qualitätsstufe niedrig, normal, hoch, FPS und Auflösung.... Dass Produkt selbst läuft stabil mit 60FPS auf "höchsten" Einstellungen. Abstürze sind in meinen 19 Stunden nicht vorgekommen. Lief alles gut.

Grafik selbst sieht altbacken aus, Charaktere besitzen kaum Animationen und wenn gibt es keinen Text zu den Animationen. Siehe Sprache.

Steuerung


Tastatur und Gamepad werden unterstützt. Keine Probleme.

Preis/Leistung/Fazit


Lange Rede, kurzer Sinn. Bei der abgelieferten Qualität sind 50€ im deutschsprachigen Raum einfach frech.

Wir haben in diesem Produkt halbherzige/nicht vorhandene Dialoge, blasse Charaktere, hölzerne Animationen und 0815 Kampfsystem mitsamt weiteren teils überflüssigen Spielkomponenten. Das Spiel ist ansich solide, aber es verschenkt einfach zuviel und lässt diverse Stärken einfach ungenutzt.

Im Endeffekt hält Oninaki Verbrauchern einen Spiegel vor, da sie sehen können wie sehr sich Spiele und damit verbundene Inhalte mitsamt Realisierung in den letzten Jahrzehnten NICHT verändert haben.

Es wurde nur im Gegensatz zu anderen Produkten einfach nicht so hübsch verpackt ;]

Die guten Aspekte aufzuzählen wie z.b. eine fehlerfreie Funktionalität des Produkts, einem vernünftigen Speichersystem oder dass implementierte Steuerung gut funktioniert, muss eigentlich noch nicht einmal erwähnt werden, da es zum Standard gehören sollte.

In anderen Worten: Basis...
[Update 22.09.2019, 01:56:08]
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